Unser Schutzkonzept verfolgt das Ziel, unsere Schule zu einem sicheren Ort für alle
Schülerinnen und Schüler zu machen – frei von Missbrauch, Gewalt, Sucht, übergriffigem
sowie gesundheitsgefährdendem Verhalten oder riskantem Medienkonsum. Unsere Schule
soll ein Ort sein, an dem Kinder keine körperlichen oder seelischen Verletzungen erleben –
weder durch Erwachsene noch durch andere Schülerinnen und Schüler.
Gleichzeitig verstehen wir uns als Kompetenzort, an dem Kinder Unterstützung und Hilfe
finden, wenn sie innerhalb oder außerhalb der Schule von belastenden Erfahrungen betroffen
oder bedroht sind. Unser Ziel ist es, sie in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken,
Schutzmechanismen aufzubauen und Wege zur Bewältigung und Verarbeitung aufzuzeigen.
Eine gelebte Schulkultur, die auf gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und klaren Regeln
basiert, bildet das Fundament unseres Schutzkonzepts. Sie schafft Orientierung, Sicherheit
und fördert ein gesundes Miteinander.
Alle Angelegenheiten diese Thematik betreffend müssen mit der Schulleitung Frau Beul
abgesprochen werden.
Frau Hilger
Frau Sandke (pädagogische Leitung) und Frau Gurdulic-Nenninger
Die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses wird von allen an der Schule tätigen
Mitarbeitenden verlangt (TVH-Kräfte, verbeamtete Lehrkräfte, VSS-Kräfte, Ehrenamtliche,
AG-Leitungen, Jahrespraktikantinnen und -praktikanten sowie Praktikantinnen und
Praktikanten, die länger als sechs Wochen beschäftigt sind. Alle anderen Mitarbeitenden, die
bei einem externen Träger angestellt sind, werden von diesem zur Vorlage eines erweiterten
Führungszeugnisses aufgefordert (FSJler und FSJlerinnen, Hausmeister, Sekretärin,
Intergrationskräfte). Von Kurzzeitpraktikanten und -praktikantinnen (bis sechs Wochen) wird
die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses nicht verlangt, jedoch müssen diese auch
die Selbstverpflichtungserklärung zum Verhaltenskodex unterschreiben.
Die Schulleitung verpflichtet sich dazu, dies zu überprüfen, bevor eine Person an der
Pestalozzischule arbeiten kann.
Alle Lehrpersonen sollen innerhalb des ersten Jahres der Beschäftigung der Pestalozzischule
die Online-Fortbildung „Was ist los mit Jaron? – Digitaler Grundkurs zum Schutz von
Schüler*innen vor sexuellem Missbrauch, Kurs 1: Grundschule“ absolvieren. Der
Fortbildungsnachweis ist der Schulleitung vorzulegen.
Alle Mitarbeitenden der Schule und der Betreuung sollten in regelmäßigen Abständen an
Fortbildungen zu diesem Thema teilnehmen. Die Ansprechpersonen der Pestalozzischule
werden darüber hinaus gesondert geschult.
Folgende Institutionen bieten regelmäßig Fortbildungen an:
– Wildwasser Wiesbaden
https://wildwasser-wiesbaden.de/aktuelle-fortbildungen.html
– Hessische Lehrkräfteakademie
https://Akkreditierung-online.hessen.de
– Trau dich
Präventionsarbeit sexueller Kindesmissbrauch im Unterricht – Trau Dich! https://traudich.
de
– Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs – Digitaler
Grundkurs zum Schutz von Schüler*innen vor sexuellem Missbrauch
https://www.was-ist-los-mit-jaron.de
Vertrauen und Nähe gehören zur pädagogischen Beziehung. Damit diese Basis der Pädagogik
nicht für sexualisierte Gewalt und ihre Vorbereitung genutzt werden kann, einigen wir uns auf
verbindliche Regeln für bestimmte Situationen. Die Vereinbarungen sollen Schülerinnen und
Schüler schützen, allen Personen der Schulgemeinde Orientierung und Rückhalt geben und
können so auch vor falschem Verdacht bewahren.
Um den pädagogischen Alltag nicht durch Regeln und Verbote zu überfrachten, halten wir die
Anzahl der geregelten Situationen überschaubar. In diesem Sinne ist der Verhaltenskodex
nicht als abschließend zu verstehen. Jede Pädagogin und jeder Pädagoge bleibt dafür
verantwortlich, das Verhältnis von Nähe und Distanz zu Schülerinnen und Schülern
angemessen zu gestalten.
• Berührungen, die über das Händeschütteln hinausgehen, außer sie sind erforderlich
oder angekündigt, sind zu vermeiden. Es ist wichtig, die Körpersignale des Kindes
wahrzunehmen, die individuelle Grenze nicht zu überschreiten und gegebenenfalls
nachzufragen.
• Gespräche unter vier Augen, der Einzelunterricht oder sonstige Situationen, in denen
man mit einem Kind alleine ist, finden in einsehbaren Räumen oder mit offener Tür
statt.
• Alle an der Schule tätigen Personen sollen Kindern mit einer respektvollen,
wertschätzenden und klaren Sprache begegnen, die frei ist von missverständlichen
Ausdrücken.
• Im Sportunterricht sollen Berührungen und Hilfestellungen angekündigt und erklärt
werden. Berührungen an intimen Stellen wie Brust und Po müssen vermieden werden.
Sollte es unbeabsichtigt dazu kommen, muss sich die Sportlehrkraft dafür
entschuldigen.
• Umkleidekabinen, Toiletten (und Schlafräume bei Klassenfahrten) werden durch
Lehrkräfte nur nach deutlicher vorheriger Ankündigung (z. B. durch Anklopfen und
verbales Ankündigen) betreten.
Fehler können passieren, Ausnahmen sind manchmal wichtig, aber: Auf den Umgang kommt
es an. Mit dem Verhaltenskodex verpflichten sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Ausnahmen und Übertretungen transparent zu machen. Damit kein falscher Eindruck entsteht,
informiert man die Schulleitung, eine Kollegin oder einen Kollegen. Im Fall von Ausnahmen
oder Übertretungen anderer, erinnern wir den- oder diejenige, sich entsprechend zu verhalten.
Fehlerfreundlichkeit und Transparenz fördern keine Denunziation – im Gegenteil! Sie sind die
Voraussetzung, um mögliche Täterstrategien unwirksam zu machen und zugleich Gerüchten
und Falschverdächtigung vorzubeugen.
Diese Verhaltensvereinbarung wird allen in der Schule tätigen Personen ausgehändigt, von
diesen unterschrieben und im Sekretariat aufbewahrt. Die Schulleitung ist dafür zuständig,
den Erhalt der unterschriebenen Formulare zu gewährleisten.
Der zentrale Aspekt von Prävention besteht in der präventiven Haltung, die im Schulalltag
gelebt wird. Hierzu gehört der respektvolle, Grenzen wahrende Umgang gegenüber
Schülerinnen und Schülern. Es gehört ebenfalls ein kritischer bewusster Umgang mit
Geschlechterrollen dazu. Im Schulalltag gibt es vielseitige Ansätze, um Frauen- und
Männerbilder kritisch zu hinterfragen.
Zu einer präventiven Haltung gehört, selbstwertstärkend zu arbeiten. Das heißt Schüler/innen
in ihren Stärken zu würdigen und bei Ihren Schwächen zu unterstützen.
Ein weiterer Punkt in der präventiven Haltung ist die Fehlerfreundlichkeit und
Ansprechkultur. Hierzu gehört das Wissen von Ansprechstellen und Beschwerdeverfahren.
Je besser dies in der Schule gelebt wird, umso mehr verinnerlichen Schüler/innen diese
Haltung und sind in der Lage, auch alltägliche Grenzverletzungen zu thematisieren und damit
Übergriffe schneller zu beenden und besser zu verarbeiten. Dies ist ein wichtiger Erfolg von
Prävention.
Sowohl im Sachunterricht, wie auch im Religions- und Ethikunterricht, soll Aufklärungsarbeit
stattfinden:
Klasse 2 Sachunterricht: Mein Körper, Hygieneerziehung
– Benennen aller Körperteile
Klasse 3 Sachunterricht: Sexualerziehung
– Unterschied Mann/Frau
– Pubertät
– Wie entsteht ein Baby/Zwillinge
– Schwangerschaft/Geburt
– Pflege eines Säuglings
– Gefühle/Liebe
– Ich und meine Grenzen
Klasse 4 Sachunterricht: Prävention Kindesmissbrauch, Gewaltprävention
– Trau Dich! oder Cool and Safe
– Kinderrechte
Die folgenden Inhalte, die im Ethik- und Religionsunterricht thematisiert werden, unterstützen
die Kinder u. a. bei der Wahrnehmung und Bewertung von Situationen sowie bei der Bildung
ihres Selbstwertgefühls.
• Ich und meine Gefühle (Selbstwahrnehmung, Körpersignale erkennen)
• Ich im Umgang mit anderen (Vertrauen, Wahrheit und Lüge, Recht und Unrecht, gute
und schlechte Geheimnisse, Empathiebildung)
• Regeln und Grenzen (seine eigenen persönliche Grenzen und die anderer erkennen
und respektieren, Nein sagen dürfen)
• Verantwortung und Selbstbestimmung (Entscheidungen treffen und Verantwortung für
das eigene Handeln übernehmen)
• Vielfalt von Lebensformen und Geschlechterrollen (Offenheit für Unterschiede,
kritischer Umgang mit Rollenbildern)
Es gibt regelmäßige Präventions- und Unterrichtsangebote für die Schülerinnen und Schüler
aller Klassen, die das Recht auf Achtung der persönlichen Grenzen und auf Hilfe in Notlagen
thematisiert.
Derzeit haben wir folgende Projekte:
– Projekt „Klasse 2000“ (Klasse 1 bis 4)
– Theaterstücke „Trau dich!“ und „Mein Körper gehört mir!“ (in Planung)
an der Pestalozzischule an schulischen Entscheidungen und Themenbereichen wird sichergestellt durch:
Klassensprecher und Klassensprecherinnen
In den Klassenstufen 3 und 4 wird ein Klassensprecher und eine Klassensprecherin
nach demokratischen Richtlinien gewählt. Diese Kinder geben die Anliegen der Klasse
an die Klassenlehrkraft weiter, um diese gemeinsam zu besprechen.
Schülerrat/Klassenrat
Regelmäßiger gegenseitiger Austausch der Klassensprecher mit der Schulleitung,
Themen werden so in die Klassen gebracht bzw. der Schulleitung zugetragen. Die
Schüler werden gestärkt, da sie als gleichberechtigte Partner wahrgenommen werden.
Funktionierende Beschwerdestrukturen sorgen dafür, dass problematische Vorgänge
frühzeitig bekannt werden.
Schulische Mitbestimmung stärkt Kinder und Jugendliche.
– Elternabende: halbjährlich
– Elternbeiräte: Beteiligung an Gesamtkonferenzen
– Elternvertretungen: Beteiligung an Schulkonferenzen
– Förderverein: Beteiligung an Mitbestimmung, welche Projekte
finanziell unterstützt werden
Interventionspläne siehe Anhang:
Abbildung 1: Verdacht auf sexuellen Übergriff durch Lehr- und Schulpersonal im schulischen Bereich
Abbildung 2: Verdacht auf sexuellen Übergriff im außerschulischen und häuslichen Bereich
Abbildung 3: Verdacht auf sexuellen Übergriff von Schülerinnen und Schülern untereinander
Schulische Maßnahmen bei Verdacht auf sexuelle Übergriffe. Siehe Handreichungen zum
Umgang mit sexuellen Übergriffen.
1. Lehrkraft sammelt bei Verdachtsfall Hinweise und dokumentiert diese mit Datum.
2. Lehrkraft hält Rücksprache mit Schulleitung bzw. schulischer Ansprechperson.
3. Kontakt mit Schüler / Eltern soweit diese nicht die Verdachtsperson sind.
4. Kontaktvermittlung zu Hilfseinrichtung (Wildwasser, Kinderschutzbund).
5. Bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung Meldung beim Jugendamt.
Die Klassenlehrkräfte und Fachlehrkräfte werden dazu angehalten, Auffälligkeiten und
Äußerungen von Kindern schriftlich mit Datum zu dokumentieren.
Dostojewskistraße 10
65187 Wiesbaden
0611/ 808619
info@wildwasser-wiesbaden.de
Walter-Hallstein-Straße 3-7
65197 Wiesbaden
0611/8803-0
svenja.probst@kultus.hessen.de
schulpsychologie.ssa.wiesbaden@kultus.hessen.de
Konradinerallee 11
65189 Wiesbaden
0611/31-3452
sozialdienst@wiesbaden.de
Erziehungsberatungsstelle der Caritas im Roncallihaus
Gustav-Stresemann-Ring 3
65185 Wiesbaden
0611/174186
beratungsstelle@caritas-wirt.de
Psychologische Beratungsstelle des Nachbarschaftshaus e.V.
Rathausstraße 10
65203 Wiesbaden
0611/967210
info@nachbarschaftshaus-wiesbaden.de
Institut für Beratung und Therapie von Eltern und jungen Menschen
Bahnhofstraße 36
65185 Wiesbaden
0611/370012
mail@erziehungsberatung-wiesbaden.de
Zentrum für Beratung und Therapie
Hans-Böckler-Straße 63
65199 Wiesbaden
0611/422663
zbt.wiesbaden@regionale-diakonie.de
An unserer Schule gibt es mehrere zuständige Ansprechpersonen (siehe 2.
Personalverantwortung). Alle Lehrpersonen und Betreuungskräfte sind vertraute
Bezugspersonen, die ein wichtiges Bindeglied zur Vermittlung weiterer Hilfen sind.
Es gibt einen Kummerkasten. Dadurch haben die Kinder die Möglichkeit, Sorgen und
Problemen anonym zu äußern.
Stand : 29. April 2026
Pestalozzischule
Hubertusstraße 1–5
65203 Wiesbaden
